weiter gehts...
Entgegen aller Logik entschliessen Jan und ich uns in den Norden Indiens aufzubrechen. Wir ueberqueren den Fluss, der uns von der Stadt trennt, mit einem kleinen Boot und nehmen eine Rikscha zum naechsten Bahnhof. Ein paar Stunden spaeter erreichen wir die naechste grosse Stadt und warten am Gleis auf unseren Anschlusszug nach Dehli.
Auf dem gegenueberliegenden Gleis hebt ein Mann seinen Rock, dreht seinen planken Hintern in unsere Richtung, geht in die Hocke und erleichtert sich vor einer riesigen Menschenmenge direkt auf die Schienen. Danach wird der Allerwerteste mit Wasser gruendlich gewaschen und der Weg fortgesetzt. Es scheint niemanden zu stoeren.
Puenktlich um 00.55 Uhr besteigen wir den Zug nach Dehli. 2080km und weitere 34 Stunden Zugfahrt liegen vor uns.

Dehli gefaellt mir sofort. Ueberfuellt, chaotisch, stinkend und voller Energie bahnen sich tausende Fahrzeuge verschiedenster Art ihren Weg durch die kleinen Strassen. Jeder hat es eilig. Ruecksicht ist ein vollkommen unbedeutender Begriff. Wir kommen in einer kleinen Strasse in der naehe des Hauptbahnhofs unter die stark an die Kao San Road in Bangkok erinnert.


Billiges Hotelzimmer in Dehli mit Knastcharakter
Wir schauen uns ein paar Sehenswuerdigkeiten an und essen auf dem Markt. Duenne Fleischspiesse mit einer scharfen roten Marinade. Bis heute weis ich nicht von welchem Tier das Fleisch stammte aber gut war es!


Eingang des Affentempels in Dehli
Mit dem Zug geht es weiter Richtung Himalaya. Man sollte meinen der Teil des Zuges der den Namen SCHLAFabteil traegt wurde zum Schlafen erfunden. Nicht in Indien. Eine Familie mit der wir uns das Abteil teilen unterhaelt sich, telefoniert und lacht bis in die fruehen Morgenstunden. In den Schatten gestellt wird sie nur von den zwanzig Vollidioten die an jeder Station in den Zug steigen und mit einem lauten: "CHAI,CHAI" ihre heissen Getraenke anbieten. Wer will um 3 Uhr morgens einen Chai in einem SCHLAFabteil? Mein Gedults- und Tolerantsfaden ist zum reissen gespannt. Bevor ich jemanden aus dem Fenster werfe verziehe ich mich an die offene Zugtuer. Ich ziehe meine Wollmuetze an, schliesse die Fleecejacke und setze meine Kopfhoerer auf. Es wird deutlich kaelter und die Berge ringsherum immer hoeher. Langsam geht die Sonne auf. Die unscharfen Bilder werden klar und die vorbeiziehende Landschaft wird restlos von orangenem Licht ueberschwemmt. Was fuer ein perfekter Moment. Minuten wie diese entschaedigen fuer alle Strapazen.

In Daramsalah, dem Wohnort des Dalai Lamas und dem Sitz der tibetischen Exilregierung, angekommen suchen wir uns ein billiges Zimmer. Die Dusche besteht aus eiskaltem Wasser aus Eimern, die Toilette ist verstopft und auch der Wasserhahn bemueht sich sinnlos! Abends wird es empfindlich kalt. Zu kalt fuer einen Sommerschlafsack und eine einfache Decke.

Die Landschaft ist ueberwaeltigend. 2000m ueber dem Meeresspiegel und umgeben von der ersten hohen Bergkette des Himalayas sind die kleinen Haeuser direkt an den Hang gebaut und mit bunten tibetischen Gebetsfaehnchen geschmueckt.


Wir geniessen die Aussicht. Am naechsten Tag sind wir beide krank. Die kommende Woche verbringen wir im Bett mit Tee und Suppe. Die Stimmung sinkt und sinkt.
Einer spontanen Stimmung folgend beschliessen wir einen Freund von mir in Oman zu besuchen und dort zu tauchen. Wir fahren nach Amritsar, einer Stadt an der pakistanischen Grenze und besichtigen den heiligen Tempel der Sikh.


Inder waschen sich in dem heiligen, stinkenden Wasser im Innenhof des Goldenen Tempels
Am folgenden Tag fliegen wir nach Muscat der Hauptstadt Omans.
Achmet holt uns vom Flughafen ab und bringt uns in einer kleinen Tauchschule mitten im Nirgendwo unter. Es gibt kein Geschaeft, keinen Bus, kein Taxi. Eine Moeglichkeit seine Waesche zu waschen oder seine Emails abzurufen sucht man vergeblich. Wir sind in einer Geisterstadt bestehend aus 20 kleinen Villen gelandet. Kein Geraeusch ist zu hoeren, kein Mensch ist auf der Strasse. Der Wind blaest langsam den Sand auf der Strasse vor sich her.

Der Weg zu unserer Unterkunft
Wir versuchen das beste aus der Situation zu machen und lernen arabische Woerter und arbeiten uns durch die Tauchenzyklopaedie. Einen Tag verbringen wir mit einem Freund von Achmet in der Stadt beim Sightseeing.

Die Residenz des Sultans
Schnell landen wir in einer abgedunkelten Bar in der sich unser Fahrer Montags mittags um 13.00 Uhr erstmal 10 Dosen Bier genehmigt. Wir spielen Pool mit einer Horde alter, besoffener Maennern in weissen Kleidern. An den Abenden hohlt uns Achmet ab und wir sitzen auf Parkplaetzen an viel befahrenen Strassen und hoeren uns seine Geschichten ueber Frauen, teure Hotels und dicke Autos an. Er ueberzeugt uns jeden Abend mit der Aussage sich um unsere Tauchausbildung zu kuemmern. Don´t worry this is my country!
Nach einer Woche Gefangenschaft und immer noch NULL Tauchgaengen platzt uns der Kragen. Ich bin kurz davor unseren indischen Haushaelter, der uns jeden Morgen puenktlich und ungewollt um 7.00 Uhr weckt und staendig ruelpst und furzt, an den Ventilator zu fesseln. Wir fluechten.
Am Flughafen trennen Jan und ich uns. Ich mache mich auf den Weg nach Peru. Ich fliege von Muscat nach Bahrain und nach einem kurzen Stopover weiter nach Frankfurt. Es ist 6.20Uhr als ich das Flugzeug verlasse. Am Deltaschalter besorge ich ein Ticket nach Atlanta und bin um 9.45Uhr wieder in der Luft. In Atlanta wieder das gleiche Spiel. Ab zum Deltaschalter und einen Platz fuer den naechsten Flieger nach Lima gekauft. 3 Stunden spaeter verlasse ich die US wieder mit dem Zielflughafen Lima. Nach knappen 40 Stunden und nachdem ich meine Uhr viermal zureckgestellt habe erreiche ich Lima und will nur noch schlafen.

Blick aus meinem Hostel in Lima
Auf dem gegenueberliegenden Gleis hebt ein Mann seinen Rock, dreht seinen planken Hintern in unsere Richtung, geht in die Hocke und erleichtert sich vor einer riesigen Menschenmenge direkt auf die Schienen. Danach wird der Allerwerteste mit Wasser gruendlich gewaschen und der Weg fortgesetzt. Es scheint niemanden zu stoeren.
Puenktlich um 00.55 Uhr besteigen wir den Zug nach Dehli. 2080km und weitere 34 Stunden Zugfahrt liegen vor uns.

Dehli gefaellt mir sofort. Ueberfuellt, chaotisch, stinkend und voller Energie bahnen sich tausende Fahrzeuge verschiedenster Art ihren Weg durch die kleinen Strassen. Jeder hat es eilig. Ruecksicht ist ein vollkommen unbedeutender Begriff. Wir kommen in einer kleinen Strasse in der naehe des Hauptbahnhofs unter die stark an die Kao San Road in Bangkok erinnert.


Billiges Hotelzimmer in Dehli mit Knastcharakter
Wir schauen uns ein paar Sehenswuerdigkeiten an und essen auf dem Markt. Duenne Fleischspiesse mit einer scharfen roten Marinade. Bis heute weis ich nicht von welchem Tier das Fleisch stammte aber gut war es!


Eingang des Affentempels in Dehli
Mit dem Zug geht es weiter Richtung Himalaya. Man sollte meinen der Teil des Zuges der den Namen SCHLAFabteil traegt wurde zum Schlafen erfunden. Nicht in Indien. Eine Familie mit der wir uns das Abteil teilen unterhaelt sich, telefoniert und lacht bis in die fruehen Morgenstunden. In den Schatten gestellt wird sie nur von den zwanzig Vollidioten die an jeder Station in den Zug steigen und mit einem lauten: "CHAI,CHAI" ihre heissen Getraenke anbieten. Wer will um 3 Uhr morgens einen Chai in einem SCHLAFabteil? Mein Gedults- und Tolerantsfaden ist zum reissen gespannt. Bevor ich jemanden aus dem Fenster werfe verziehe ich mich an die offene Zugtuer. Ich ziehe meine Wollmuetze an, schliesse die Fleecejacke und setze meine Kopfhoerer auf. Es wird deutlich kaelter und die Berge ringsherum immer hoeher. Langsam geht die Sonne auf. Die unscharfen Bilder werden klar und die vorbeiziehende Landschaft wird restlos von orangenem Licht ueberschwemmt. Was fuer ein perfekter Moment. Minuten wie diese entschaedigen fuer alle Strapazen.

In Daramsalah, dem Wohnort des Dalai Lamas und dem Sitz der tibetischen Exilregierung, angekommen suchen wir uns ein billiges Zimmer. Die Dusche besteht aus eiskaltem Wasser aus Eimern, die Toilette ist verstopft und auch der Wasserhahn bemueht sich sinnlos! Abends wird es empfindlich kalt. Zu kalt fuer einen Sommerschlafsack und eine einfache Decke.

Die Landschaft ist ueberwaeltigend. 2000m ueber dem Meeresspiegel und umgeben von der ersten hohen Bergkette des Himalayas sind die kleinen Haeuser direkt an den Hang gebaut und mit bunten tibetischen Gebetsfaehnchen geschmueckt.


Wir geniessen die Aussicht. Am naechsten Tag sind wir beide krank. Die kommende Woche verbringen wir im Bett mit Tee und Suppe. Die Stimmung sinkt und sinkt.
Einer spontanen Stimmung folgend beschliessen wir einen Freund von mir in Oman zu besuchen und dort zu tauchen. Wir fahren nach Amritsar, einer Stadt an der pakistanischen Grenze und besichtigen den heiligen Tempel der Sikh.


Inder waschen sich in dem heiligen, stinkenden Wasser im Innenhof des Goldenen Tempels
Am folgenden Tag fliegen wir nach Muscat der Hauptstadt Omans.
Achmet holt uns vom Flughafen ab und bringt uns in einer kleinen Tauchschule mitten im Nirgendwo unter. Es gibt kein Geschaeft, keinen Bus, kein Taxi. Eine Moeglichkeit seine Waesche zu waschen oder seine Emails abzurufen sucht man vergeblich. Wir sind in einer Geisterstadt bestehend aus 20 kleinen Villen gelandet. Kein Geraeusch ist zu hoeren, kein Mensch ist auf der Strasse. Der Wind blaest langsam den Sand auf der Strasse vor sich her.

Der Weg zu unserer Unterkunft
Wir versuchen das beste aus der Situation zu machen und lernen arabische Woerter und arbeiten uns durch die Tauchenzyklopaedie. Einen Tag verbringen wir mit einem Freund von Achmet in der Stadt beim Sightseeing.

Die Residenz des Sultans
Schnell landen wir in einer abgedunkelten Bar in der sich unser Fahrer Montags mittags um 13.00 Uhr erstmal 10 Dosen Bier genehmigt. Wir spielen Pool mit einer Horde alter, besoffener Maennern in weissen Kleidern. An den Abenden hohlt uns Achmet ab und wir sitzen auf Parkplaetzen an viel befahrenen Strassen und hoeren uns seine Geschichten ueber Frauen, teure Hotels und dicke Autos an. Er ueberzeugt uns jeden Abend mit der Aussage sich um unsere Tauchausbildung zu kuemmern. Don´t worry this is my country!
Nach einer Woche Gefangenschaft und immer noch NULL Tauchgaengen platzt uns der Kragen. Ich bin kurz davor unseren indischen Haushaelter, der uns jeden Morgen puenktlich und ungewollt um 7.00 Uhr weckt und staendig ruelpst und furzt, an den Ventilator zu fesseln. Wir fluechten.
Am Flughafen trennen Jan und ich uns. Ich mache mich auf den Weg nach Peru. Ich fliege von Muscat nach Bahrain und nach einem kurzen Stopover weiter nach Frankfurt. Es ist 6.20Uhr als ich das Flugzeug verlasse. Am Deltaschalter besorge ich ein Ticket nach Atlanta und bin um 9.45Uhr wieder in der Luft. In Atlanta wieder das gleiche Spiel. Ab zum Deltaschalter und einen Platz fuer den naechsten Flieger nach Lima gekauft. 3 Stunden spaeter verlasse ich die US wieder mit dem Zielflughafen Lima. Nach knappen 40 Stunden und nachdem ich meine Uhr viermal zureckgestellt habe erreiche ich Lima und will nur noch schlafen.

Blick aus meinem Hostel in Lima
bazti - 19. Nov, 20:50
webba (Gast) - 22. Nov, 12:53
Echt beeindruckend was du da wieder für ne Tour hinlegst du alter Globetrotter. Haste nicht mal an ne Pause Zuhause gedacht als du in Frankfurt warst ? Viel Spass weiterhin
MfG webba
MfG webba
Camilla (Gast) - 26. Nov, 23:05
Endlich hab ich auch schnelles Internet und kann zu den Geschichten die tollen Fotos anschauen :)
Knastcharacter ist wohl untertrieben, befand sich überhaupt noch etwas anderes in diesem "Hotelzimmer" als die schäbige Fixermatratze?
Alter wie krass sind denn die Flüge, um die halbe Welt gereist nur weil dein Atze Achmet nix drauf hat ;)
Schöne Geschichten und Anekdoten, freu mich auf neuen Stuff aus Südamerika!
p.s. Mach mehr Bilder!
Grüße aus dem immer gleichen und langweiligen Odenwald
Jonas