Peru zum Ersten!
In Lima verbringe ich ein paar Tage und erkunde die Stadt. Mein Guesthouse im Zentrum gleicht einem kleinen Zoo. Katzen, Hunde, Schildkroeten und Meerschweinchen bekleckern den Boden mit den verschiedensten Fluessigkeiten. Ein Papagei begruesst jeden mit einem kraechzenden, gut gelaunten “Hola”. Das Zentrum ist schoen, kolonial und gleicht vielen anderen lateinamerikanischen Staedten.
Ich buche einen Nachtbus nach Arequipa. Der Busbahnhof ist in Sachen Sicherheit so manchem Flughafen ebenbuertig. Ich durchlaufe Metalldetektoren, mein Handgepaeck wird durchsucht und zu guter letzt filmt ein Sicherheitsbeamter jeden Fahrgast auf seinem Platz. Die Sitze aehneln den Plaetzen der ersten Klasse waehrend meines letzten Fluges. Superbequem! Als ich morgends aufwache befinde ich mich schon mitten in den Anden.
In Arequipa 2300m ueber dem Meeresspiegel verlasse ich den Bus. Die Stadt aktiviert sofort Erinnerungen an La Antigua Guatemala. Viele Strassen bestehen aus Kopfsteinpflaster. Der Plaza de Armas, mit der weissen Kathedrale an der Stirnseite, stellt den Mittelpunkt der Stadt dar. Drei Vulkane umgeben die Stadt und bieten gute Anhaltspunkte zum Orientieren. Der 5.822 m hohe Misti, der 6.057 m hohe Chachani und der kleinere Pichu Pichu.

Plaza de Armas, Arequipa

Mercado
Das kleine Guesthouse indem ich unterkomme hat eine angenehme familiaere Stimmung. Jeden Morgen beim Fruehstueck lernt man neue Reisende kennen und hoert Geschichten ueber Peru. Nach ein paar Tagen bin ich es leid jeden Morgen “meine Geschichte” zu erzaehlen und das gleiche Geschwaetz ueber umliegende Abendteuertouren zu hoeren. Manchmal habe ich das Gefuehl ich haette alle diese Touren selbst schon gemacht. Ich lasse meiner Fantasie freien Lauf. Meine Lebens- und Reisegeschichten aendern sich jeden Morgen und werden immer verwirrter und unglaublicher.
Dann bin ich wieder krank. Es beginnt mit leichten Magenproblemen die sich aber schnell zu einer ausgewachsenen bakteriellen Lebensmittelvergiftung entwickeln. In den naechsten 6 Tagen ist die Toilette mein bester Freund und der Weg vom Bett ins Bad der einzig begehbare. Dummerweise hab ich Camilla versprochen sie vom Flughafen abzuholen. Eine Aufgabe die in meiner Situation nicht so leicht zu bewaeltigen ist. Der Taxifahrer bekommt ein extra Trinkgeld um Geschwindigkeitsbegrenzungen zu uebersehen und so dauert die Fahrt 12min anstatt der angeblichen 25min.! Ich ueberlebe und erreiche das Flughafenklo ohne peinliche Zwischenfaelle. Am naechsten Tag lasse ich einen Arzt kommen und bekomme ein Rezept fuer Antibiotika. 12 Pillen, 6 Tage und einige von Camilla gekochte Suppen spaeter bin ich wieder fit.
Wir wechseln das Guesthouse und ziehen direkt ins Stadtzentrum in das Hostal Los Andes. Hier gibt es eine grossartige Dachterrasse von der man einen bildschoenen Sonnenuntergang beobachten kann. Tag fuer Tag. Ausserdem wohnen hier auch Menschen die nicht nach zwei Tagen weiterziehen.




Fardusa, mit der ich in Guatemala gewohnt habe, kommt gerade aus Bolivien und schaut in Arequipa vorbei um uns zu besuchen.

Camilla und Fardusa beim Sonnenuntergang

Fardusa rockt mit Brayan

Frischer Erdbeerdaiquiri
An den Wochenenden machen wir verschiedene Ausfluege. Die erste Tour geht auf den Rio Chili. Raften! Zwei Stunden gehts den Fluss runter durch Stromschnellen und ueber Felsen.

Kurz vor der Abfahrt
Ausserdem probiere ich Meerschweinchen, eine lokale Spezialitaet. Geschmack in Ordnung aber zu wenig Fleisch um satt zu werden!

Wir besuchen einen Stierkampf. Hier in Arequipa wird der Kampf allerdings zwischen zwei Bullen ausgetragen und nicht wie gewoehlich zwischen Mensch und Tier. Verlierer ist wer wegrennt und somit zeigt dass der andere ueberlegen ist.

Als naechstes entscheiden wir uns fuer Down Hill fahren von dem 6057m hohen Chachani. Wir werden mit einem Van bis auf knapp 5000m gebracht. Der sogenannte Guide baut die MTB`s zusammen. Schon hier faellt seine absolute Ahnungslosigkeit auf. Die Fahrraeder sind alt und beduerftig geflickt. Ich setze mich auf mein Bike und stelle fest dass ich den Lenker bewegen kann ohne aber das Vorderrad zu bewegen...Ein Versuch das Bike zu reparieren scheitert. So bekomme ich das Fahrrad des Guides und wir machen uns auf den Weg nach unten. Der Weg ist steinig und steil. Trotz der schlechten Bikes macht es irgendwie Spass. Ich nehme eine Abkuerzung die mehr Adrenalin verspricht als der normale Weg . Der Rest der Gruppe, bis auf den Guide, entscheidet sich fuer den gleichen Weg. 30min Spass spaeter treffen wir wieder auf die Strasse und warten geschlagene 45min auf den Guide der offensichtlich nicht nur keine Ahnung von MTB´s hat sondern auch den Weg nicht kennt. Hurra! Weiter gehts den Berg runter und wieder verheisst eine Abkuerzung mehr Anspruch und dadurch mehr Spass. Diesesmal entscheidet der Guide sich uns anzuschliessen. Erst stuerzt er (nicht dramatisch) dann schiebt er den Rest des Weges...Ich weis nicht ob ich lachen oder weinen soll.
Der Rest des Weges fuehrt ueber eine steile geteerte Strasse und Serpentinen wieder zurueck in die Stadt. Wir ueberholen einen Polizist auf seinem Mofa. Er schaut verduzt und zieht dann seine Pfeife aus dem Guertel und faengt an zu trillern. Wollte er dass wir stehenbleiben? Wer weis! Nach ein paar KM eine Polizeikontrolle. Wir breschen durch ohne anzuhalten! Wieder getriller! Wieder niemand schnell genug!


Am Hostel angekommen warten wir geschlagene 25min bis der Guide tropfend und mit blutunterlaufenen Augen sein Fahrrad um die Ecke schiebt. Fazit: Das naechste Mal geben wir ein bisschen mehr aus um sicherzustellen dass wir gute Fahrraeder bekommen und der Guide fahrradfahren kann. Spass hatten wir trotzdem!
Bald mehr aus Peru!
Viele Gruesse
Sepp
Ich buche einen Nachtbus nach Arequipa. Der Busbahnhof ist in Sachen Sicherheit so manchem Flughafen ebenbuertig. Ich durchlaufe Metalldetektoren, mein Handgepaeck wird durchsucht und zu guter letzt filmt ein Sicherheitsbeamter jeden Fahrgast auf seinem Platz. Die Sitze aehneln den Plaetzen der ersten Klasse waehrend meines letzten Fluges. Superbequem! Als ich morgends aufwache befinde ich mich schon mitten in den Anden.
In Arequipa 2300m ueber dem Meeresspiegel verlasse ich den Bus. Die Stadt aktiviert sofort Erinnerungen an La Antigua Guatemala. Viele Strassen bestehen aus Kopfsteinpflaster. Der Plaza de Armas, mit der weissen Kathedrale an der Stirnseite, stellt den Mittelpunkt der Stadt dar. Drei Vulkane umgeben die Stadt und bieten gute Anhaltspunkte zum Orientieren. Der 5.822 m hohe Misti, der 6.057 m hohe Chachani und der kleinere Pichu Pichu.

Plaza de Armas, Arequipa

Mercado
Das kleine Guesthouse indem ich unterkomme hat eine angenehme familiaere Stimmung. Jeden Morgen beim Fruehstueck lernt man neue Reisende kennen und hoert Geschichten ueber Peru. Nach ein paar Tagen bin ich es leid jeden Morgen “meine Geschichte” zu erzaehlen und das gleiche Geschwaetz ueber umliegende Abendteuertouren zu hoeren. Manchmal habe ich das Gefuehl ich haette alle diese Touren selbst schon gemacht. Ich lasse meiner Fantasie freien Lauf. Meine Lebens- und Reisegeschichten aendern sich jeden Morgen und werden immer verwirrter und unglaublicher.
Dann bin ich wieder krank. Es beginnt mit leichten Magenproblemen die sich aber schnell zu einer ausgewachsenen bakteriellen Lebensmittelvergiftung entwickeln. In den naechsten 6 Tagen ist die Toilette mein bester Freund und der Weg vom Bett ins Bad der einzig begehbare. Dummerweise hab ich Camilla versprochen sie vom Flughafen abzuholen. Eine Aufgabe die in meiner Situation nicht so leicht zu bewaeltigen ist. Der Taxifahrer bekommt ein extra Trinkgeld um Geschwindigkeitsbegrenzungen zu uebersehen und so dauert die Fahrt 12min anstatt der angeblichen 25min.! Ich ueberlebe und erreiche das Flughafenklo ohne peinliche Zwischenfaelle. Am naechsten Tag lasse ich einen Arzt kommen und bekomme ein Rezept fuer Antibiotika. 12 Pillen, 6 Tage und einige von Camilla gekochte Suppen spaeter bin ich wieder fit.
Wir wechseln das Guesthouse und ziehen direkt ins Stadtzentrum in das Hostal Los Andes. Hier gibt es eine grossartige Dachterrasse von der man einen bildschoenen Sonnenuntergang beobachten kann. Tag fuer Tag. Ausserdem wohnen hier auch Menschen die nicht nach zwei Tagen weiterziehen.




Fardusa, mit der ich in Guatemala gewohnt habe, kommt gerade aus Bolivien und schaut in Arequipa vorbei um uns zu besuchen.

Camilla und Fardusa beim Sonnenuntergang

Fardusa rockt mit Brayan

Frischer Erdbeerdaiquiri
An den Wochenenden machen wir verschiedene Ausfluege. Die erste Tour geht auf den Rio Chili. Raften! Zwei Stunden gehts den Fluss runter durch Stromschnellen und ueber Felsen.

Kurz vor der Abfahrt
Ausserdem probiere ich Meerschweinchen, eine lokale Spezialitaet. Geschmack in Ordnung aber zu wenig Fleisch um satt zu werden!

Wir besuchen einen Stierkampf. Hier in Arequipa wird der Kampf allerdings zwischen zwei Bullen ausgetragen und nicht wie gewoehlich zwischen Mensch und Tier. Verlierer ist wer wegrennt und somit zeigt dass der andere ueberlegen ist.

Als naechstes entscheiden wir uns fuer Down Hill fahren von dem 6057m hohen Chachani. Wir werden mit einem Van bis auf knapp 5000m gebracht. Der sogenannte Guide baut die MTB`s zusammen. Schon hier faellt seine absolute Ahnungslosigkeit auf. Die Fahrraeder sind alt und beduerftig geflickt. Ich setze mich auf mein Bike und stelle fest dass ich den Lenker bewegen kann ohne aber das Vorderrad zu bewegen...Ein Versuch das Bike zu reparieren scheitert. So bekomme ich das Fahrrad des Guides und wir machen uns auf den Weg nach unten. Der Weg ist steinig und steil. Trotz der schlechten Bikes macht es irgendwie Spass. Ich nehme eine Abkuerzung die mehr Adrenalin verspricht als der normale Weg . Der Rest der Gruppe, bis auf den Guide, entscheidet sich fuer den gleichen Weg. 30min Spass spaeter treffen wir wieder auf die Strasse und warten geschlagene 45min auf den Guide der offensichtlich nicht nur keine Ahnung von MTB´s hat sondern auch den Weg nicht kennt. Hurra! Weiter gehts den Berg runter und wieder verheisst eine Abkuerzung mehr Anspruch und dadurch mehr Spass. Diesesmal entscheidet der Guide sich uns anzuschliessen. Erst stuerzt er (nicht dramatisch) dann schiebt er den Rest des Weges...Ich weis nicht ob ich lachen oder weinen soll.
Der Rest des Weges fuehrt ueber eine steile geteerte Strasse und Serpentinen wieder zurueck in die Stadt. Wir ueberholen einen Polizist auf seinem Mofa. Er schaut verduzt und zieht dann seine Pfeife aus dem Guertel und faengt an zu trillern. Wollte er dass wir stehenbleiben? Wer weis! Nach ein paar KM eine Polizeikontrolle. Wir breschen durch ohne anzuhalten! Wieder getriller! Wieder niemand schnell genug!


Am Hostel angekommen warten wir geschlagene 25min bis der Guide tropfend und mit blutunterlaufenen Augen sein Fahrrad um die Ecke schiebt. Fazit: Das naechste Mal geben wir ein bisschen mehr aus um sicherzustellen dass wir gute Fahrraeder bekommen und der Guide fahrradfahren kann. Spass hatten wir trotzdem!
Bald mehr aus Peru!
Viele Gruesse
Sepp
bazti - 15. Dez, 18:28